Nun nach etwa 18 Tagen sind die Seile einsatzbereit. Nach dem trocknen waren Sie scheinbar bretthart, und bekamen mit einigen Feuchttüchern als Begleitung eine dreiviertel Stunde Trocknerbehandlung. Nachdem sie aus dem Trockner gekommen sind waren Sie so weich wie man dies von neuen Seilen erwarten darf. Der Rest ergibt sich durch regelmässiges benutzen.

Mit einem guten Freund den ich seit der Lehrzeit kenne und der wie ich seine erste Ausbildung als Textilkaufmann hatte ich eine längere Unterhaltung über Naturfasern, deren Behandlung, wie man diese behandelt wenn Sie durch färben nass werden,  und wo Sie definitiv Schaden nehmen. Eingehen werden wir hier in diesem Zusammenhang nur auf Jute. Früher wurde Jute wie alle Naturmaterialien gefärbt in großen Bottichen, weil es keine anderen Möglichkeiten gab. Bei den Färbemethoden gibt es zahlreiche Neuerungen und Vorgehensweisen seit der Zeit als färben in den Kinderschuhen steckte. Die Materialeigenschaften der Naturfasern haben sich seitdem nicht verändert. Bei Jute steht im Zusammenhang mit Seilen lediglich definitiv fest, dass die Faser dann Schaden nimmt, wenn der Feuchtigkeitsgehalt im innern des Seils bei der ersten Belastung zu hoch ist. Das heißt einfach ausgedrückt, dass Juteseile beim anfassen nach angemessener Trocknung in Innenräumen keinen auch noch so geringen Verdacht auf Feuchtigkeit (Restfeuchte im innern) des Seils machen.

Als Test bieten sich mehrere Seile an die man zusammen in die Hand nimmt und diese fest zusammengedrückt schließt. Spürt man nur den geringsten Anteil von Feuchtigkeit oder sind die Seilenden an den Knoten bei Jute nicht vollständig trocken, gehe ich je nach Raumtemperatur von einer zusätzlichen Woche Trocknung aus. Das liegt auch daran dass Jute im Innern die Feuchtigkeit mehr speichert und langsamer an die Luft abgibt als dies bei Hanf oder auch Baumwolle der Fall ist. Die zuletzt genannten Materialien trocknen schneller. Was den immer wieder angesprochenen Verdachtsmoment der eventuell verminderten Bruchlast betrifft, gibt es hierfür keinerlei Beweise. Das sind alles rein theoretische Verdachtsmomente. Wenn also Färben auf die Qualität des Materials diesbezüglich auswirkungen hätte müssen wir folglich davon ausgehen dass alle gefärbten Naturfasern die für Kleidung verwendet werden, weniger haltbar sind. Und da das nicht der Fall ist und für eine verminderte Bruchlast bei Jute oder Hanfseilen nur theoretische Ansätze vorhanden sind, kann man bei weiter bestehenden Bedenken dem entgegenwirken, indem man anders fesselt und weitere zusätzliche Seillagen verwendet.